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Jeder kennt das: Plötzlich ist die Nase zu, der Kopf schmerzt, man fühlt sich schwach und zerschlagen. Dahinter kann eine gewöhnliche Erkältung stecken oder eine Infektion mit Grippeviren. Aus heiterem Himmel können diese Erreger aus einem gesunden Menschen ein leidendes Häufchen Elend machen. Bei gutem Immunsystem und dem Fehlen weiterer Erkrankungen ist die Infektion zum Glück meist rasch überstanden.

Gefährlich werden kann die Influenza aber für Menschen mit bedeutsamen Herz- oder immunologischen Erkrankungen, Lungenschädigungen, multipler Sklerose oder anderen neurologischen Problemen. Der ohnehin schon beanspruchte Körper wird dann mit den Krankheitserscheinungen nicht mehr fertig, das Risiko für ernste Komplikationen steigt. Auch Schwangere und ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Die schützende Grippeimpfung wird in diesen Fällen dringend empfohlen und muss von den Krankenkassen bezahlt werden.

Einige wenige Kassen übernehmen die Kosten auch ohne diese Indikationen für ihre Mitglieder. Insbesondere das Impfen von Kindern und ihren Betreuern, die in Krippe, Kindergarten oder Schule einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, könnte die Krankheitslast der übrigen Bevölkerung deutlich senken. Denn leider lassen sich auch gefährdete Patienten viel zu selten impfen.

Zur Verfügung stehen zwei Impfstoffarten: die muskuläre Injektion eines sogenannten Grippe-Totimpfstoffs und ein für das Kindes- und Jugendalter zugelassener Lebend-Impfstoff, der in die Nase gegeben in der dortigen Schleimhaut das Immunsystem aktiviert. Dadurch wird das Grippevirus bereits beim Eintritt in den Körper unschädlich gemacht. Die Kosten für diese schmerzfreie Impfung wird derzeit für Risikopatienten im Alter von 2 bis 6 Jahren von den Krankenkassen übernommen. Nur Kinder mit angeborener oder durch Medikamente verursachte Immunschwäche, z. B. nach Transplantationen, dürfen diese Impfung mit vermehrungsfähigen Erregern nicht erhalten.

Im Kindesalter wird die Impfung meist gut vertragen. Häufigste Nebenwirkungen des nasalen Impfstoffes sind bei bis zu 10 % der Impflinge behinderte Nasenatmung, Kopfschmerzen und verminderter Appetit. Bei Erwachsenen treten bei weniger als 1% der Geimpften grippeähnliche Symptome mit Kopf- , Gliederschmerzen und Fieber auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind im Vergleich zu möglichen Komplikationen der Erkrankung eines Risikopatienten an Grippe extrem selten.

Aufgrund der Oberflächen-(oder Antigen-) Eigenschaften der Grippeviren, die extrem flexibel sind, ist jedes Jahr eine erneute Grippeimpfung erforderlich. Die WHO legt dabei die Zusammensetzung des Impfstoffs mit den zu enthaltenden Antigenen fest. In Entwicklung ist derzeit ein Impfstoff, der als Antigen unveränderliche Bestandteile der Virusoberfläche enthält. Hier wäre möglicherweise nur noch eine Impfung erforderlich. Leider ist das momentan noch Zukunftsmusik!

Es gilt also erst mal weiterhin wie jedes Jahr: rechtzeitig zur Grippeimpfung!

Für weitere Informationen, insbesondere zur aktuellen Lage bezüglich der Anzahl der Grippeerkrankten, ist die Seite influenza.rki.de zu empfehlen. Auf einer Deutschlandkarte ist ab der Woche 40 (28.9.15) die Erkrankungsaktivität dargestellt.

Autorin: Dr. med. Sabine Kuntz
Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Tel. 0621/59581 440
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www.kinderarzt-ludwigshafen.de

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