Lusamum
14.12.10 10:21

Was hier entsteht, ist einmalig

Wie eine überdimensionale Niere überragt das Gesundheitszentrum Lusanum das südliche Zentrum der Stadt. 28 Ärzte und Therapeuten haben in dem himbeerroten Gebäude nun Platz, dazu kommen Geschäfte und ein Bistro. Nach 16 Monaten Bauzeit sind am 1. Dezember die ersten Mieter eingezogen. Der Betrieb läuft. Irgendwie.

„Einen Moment, der Arzt kommt gleich.“ Die Sprechstundenhilfe der Frauenarztpraxis lächelt freundlich. Plötzlich erstarrt sie. Denn vor der gläsernen Eingangstür versuchen gerade zwei langhaarige Männer eine Sitzgruppe in die Praxis zu wuchten. „Nein, nein, nicht zu uns“, signalisiert sie durch hektisches Kopfschütteln und abwehrende Gesten. Die Möbelpacker nicken. Gehen weiter. Trippeln wieder zurück ins Blickfeld und werfen einen letzten kritischen Blick aufs Praxis-Schild. Um dann doch zu verschwinden.

„Momentan wechseln hier noch Handwerker und Patienten ab“, sagt der Frauenarzt Ingo Wengerofsky lachend und führt in sein Büro. Der Mediziner ist Gesellschafter der Kommanditgesellschaft des Gesundheitszentrums. Er trägt eines der Lusanum-Polo-Shirts, das hier bald alle Beschäftigten im Gebäude tragen werden. „Man kann sich die Farbe aussuchen“, sagt er. Er habe weiße und rote. Passend zu den Farben, die - neben einem Grauton - den modernen Bau dominieren.

Aber warum das alles?
Der Facharzt als Einzelkämpfer ist ein Auslaufmodell, das sich tot laufe, findet er. Man müsse seine Kräfte heutzutage bündeln. Dem Patienten kurze, unkomplizierte Wege bieten. Zusammen mit seinen Kollegen Gerhard Leib und Isabel Pardos Limbeck hat er jene Kräfte auf 320 Quadratmetern gebündelt und eine Gemeinschaftspraxis eröffnet. „Kein einziger Mitarbeiter musste bei der Zusammenlegung gehen. Und: Wir können hier jetzt vom Kinderwunsch ab die Leute bis zur Einweisung zur Entbindung betreuen“, sagt Wengerofsky.
Zu den drei Ärzten kommen Gastmediziner von außen. Eine Hebammenpraxis ist angeschlossen.

Der Betrieb läuft seit 1. Dezember. Im Schnitt habe die Praxis 80 Patienten am Tag, bald werden es 120 sein, schätzt er.

„Natürlich läuft noch nicht alles rund, es kann zu längeren Wartezeiten als üblich kommen. Die Patientinnen haben Verständnis“, sagt Wengerofsky.
Eine davon ist Angela Heilig aus Ludwigshafen. „Ich war heute das erste Mal hier. Es sieht ganz toll aus. Alles lief glatt, ich hatte damit gerechnet, dass so kurz nach dem Einzug noch Probleme da sind“, erzählt die 46-Jährige.

Einziehen – für den Catering-Service „Helping Hands“ ist das noch Zukunftsmusik. Das Bistro, das das Unternehmen im Lusanum betreiben will, ist erst im Februar bezugsfertig und momentan noch eine Baustelle. 100 Gäste sollen im Innen-und Außenbereich mal Platz finden, um sich bei Kaffee oder einem Imbiss die Zeit zu vertreiben. Aktuell liefert der Caterer auf dem Parkplatz in einem Zelt einen ersten Vorgeschmack. „Bisher besuchen uns Angestellte und Handwerker, Patienten noch nicht“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Caterers, Daniel Zettler.

Szenenwechsel. Das Telefon im Büro von Heinz Rauch steht nicht still. Der Lusanum-Geschäftsführer, der mit Kollegen eine Internisten-Praxis im Gebäude betreibt, lächelt zufrieden. „Alles läuft wie geplant. Natürlich sind an manchen Stellen noch kleine Fehler zu beheben“, sagt der 59-Jährige. Die Fertigstellung des Gesundheitszentrums hinke aber nur leicht dem Zeitplan hinter: „Nichts, was den Betrieb aufhalten würde.“ 16 Monate hat der Bau gedauert, 17,3 Millionen Euro gekostet. Spätestens im März sollen 34 Mieter eingezogen sein, eine Versicherung zieht im April nach.

„Was hier entsteht, ist einmalig“, findet Rauch. Von Patienten gebe es bisher tolle Rückmeldungen. „Die barrierefreie Bauweise kommt gut an. Und die kurzen Wege zwischen den Ärzten.“ Auch die Mediziner seien zufrieden: „Sie konnten ihre Praxen nach ihren Bedürfnissen planen. Das ist man als Arzt nicht gewohnt, da die meisten Praxen umgebaute Wohnungen sind.“ Das Lusanum-Konzept sei eine tolle Sache. „Die Vernetzung. Die gebündelte Qualität. Das hebt uns ab“, sagt Rauch. Auch von anderen Gesundheitszentren, die es in Ludwigshafen gibt oder im Entstehen sind. „Das sind völlig andere Konzepte“, sagt er und fügt dann hinzu: „Trotzdem ist es kurios, dass es in einer Stadt wie Ludwigshafens bald eine immense Dichte an Gesundheitszentren gibt.“

Kind das ganze Leben hörenTMHS-Dentaltechnik GmbHSteuerberatung Röhl
NEWS Archive
2011 -11 / 12
Copyright © 2010 Gesundheitszentrum - Ludwigshafen GmbH & CO KG