Lusamum
< Was hier entsteht, ist einmalig
12.05.11 09:19

Ludwigshafener Gesundheitszentrum sieht sich als patientenorientierte, wohnortnahe Antwort auf den Wandel im Gesundheitswesen

Zentral im Herzen von Ludwigshafen gelegen, vereint das Lusanum als größtes Gesundheitszentrum der Metropolregion Rhein-Neckar ein großes Spektrum medizinischer Versorgung. Während weitläufige medizinische Versorgungseinrichtungen meist außerhalb der Innenstädte auf der grünen Wiese entstehen oder an Kliniken angeschlossen werden, wurde hier ein anderer Weg gegangen: Mitten in der Stadt entstand der rote, nierenförmige Neubau, der kürzlich feierlich eröffnet wurde.

Erlebbare Zusammenarbeit prägt den Alltag unter einem Dach
Auf rund 7300 Quadratmetern Grundfläche haben sich hier verteilt auf fünf Stockwerke 30 Ärztinnen und Ärzte in Einzel- und Gemeinschaftspraxen, Therapeuten, Gewerbetreibende und Beratungsstellen zusammengefunden. Der Reiz: Alle arbeiten unter einem Dach. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird großgeschrieben, doch jeder bleibt dabei sein eigener Herr. Erlebbare Zu - sammenarbeit prägt den Alltag. Für Lusanum-Geschäftsführer Dr. Heinz Rauch ist mit dem Ludwigshafener Gesundheitszentrum deutschlandweit „eines der größten start-ups von unten nach oben“ gelungen. Rauch: „Wir sind kein MVZ, sondern ein qualifizierter Verbund von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Aber auch viel mehr als nur ein Ärztehaus.“ Das Besondere „ist die Kombination von Vielfalt und Individualität und von Zusammenarbeit und Vernetzung“, lobt der Internist.

Ein Zentrum als GmbH ausschließ lich unter ärztlicher Trägerschaft
Bei der Konzeptumsetzung haben die Gründer bewusst auf eine streng betriebswirtschaftliche ausgerichtete Kapitalgesellschaft verzichtet. Stattdessen wurde das Gesundheitszentrum als GmbH ausschließlich unter ärztlicher Trägerschaft realisiert. Im Unterschied zu anderen Gesundheitszentren habe Rauch von Anfang an darauf bestanden, aus den Reihen von Ärzten heraus ein solches Angebot auf die Beine zu stellen. So brachten die 18 Gesellschafter insgesamt 20 Prozent Eigenkapital in das 17,9 Millionen Euro schwere Projekt ein. Die Bandbreite im Lusanum ist vielfältig: Augenärzte, Chirurgen, Frauenärzte, HNO, Hautärzte, Internisten, Urologen und Pädiater haben sich hier unter einem Dach angesiedelt. Hinzu kommen Hebammen, Logopäden, Ergound Physiotherapeuten. Es gibt ein gemeinsames Op-Zentrum, ein Schlaflabor und ein medizinisches Labor. Ein Krankenversicherer hat sich genauso eingemietet wie eine Apotheke, ein Friseur, ein Cafe, ein Blumengeschäft, ein Modehaus, ein Dentaltechniker, ein Hörgeräteakkustiker sowie ein Sanitätshaus. Ihre Dienste bieten zudem noch eine Sozialstation, ein Steuerberater und eine Privatärztliche Verrechnungsstelle an.

Gemeinsame OP-Nutzung sorgt für gute Auslastung
Eine der Ärztinnen im Lusanum ist die Chirurgin Dr. Charis Eibl. Sie ist eine von drei Ärzten in der Gemeinschaftspraxis für Gefäßchirurgie. Ende vergangenen Jahres ist die Praxis innerhalb von Ludwigshafen ins Lusanum umgezogen. Gemeinsam mit einer Praxis für Chirurgie und Unfallchirurgie belegen die Gefäßchirurgen ein halbes Stockwerk. Zwischen den beiden Praxen liegt das OP-Zentrum, das gemeinsam mit den beteiligten Anästhesisten betrieben wird. Klar ist geregelt, welche Praxis an welchen Tagen den OP nutzen kann. Der Vorteil: Es gibt kaum noch Leerstände im OP, sondern vielmehr eine optimale Auslastung. Gemeinsam im Haus ge - nutzt werden von allen Partnern auch die beiden Schulungs- und Vortragsräume für Patientenveranstaltungen. Auch das Labor im Haus verkürzt Wege und Wartezeiten. Die beteiligten Ärzte haben sich schon in der zwei Jahre dauernden Vorbereitungsphase kennen und schätzen gelernt. Durch gemeinsame Veranstaltungen und tägliche Begegnungen im Fahrstuhl oder im Bistro kennen sich so langsam auch alle anderen Mitarbeiter. Das erleichtert den Kontakt und auch den schnellen Informationsaustausch.

Die Zeit des Einzelkämpfers ist vorbei
„Die Zeit des Einzelkämpfers ist vorbei“, davon ist Eibl überzeugt. Als Vorstandsmitglied der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz verfolgt sie die gesundheitspolitischen Veränderungen auch aus berufspolitischer Sicht. „Dass wir hier alle unter einem Dach sind, macht uns stark“, erklärt sie. „Gemeinsam be - sitzen wir mehr Einfluss. Wir werden anders wahrgenommen, weil wir uns im Schulterschluss gemeinsam nach außen präsentieren“, fügt sie hinzu. Abgestimmtes Arbeiten ist auch für Krankenkassen interessant. Jeder im Gesundheitszentrum sei zwar nach wie vor für sich alleine verantwortlich, doch nach außen bilden alle eine Einheit. Eibl: „Das ist mehr als nur emotionale Stärke.“ Das Ludwigshafener Gesundheitszentrum ist ein interdisziplinäres Fachärztezentrum. Und ganz bewusst auch kein MVZ. Die Lusanum-Partner haben die Sorgen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Umfeld des Gesundheitszentrums ernst genommen. Denn ein Teil der zuweisenden Ärztinnen und Ärzte war durchaus skeptisch gegenüber dem Projekt und machte sich Sorgen, ob die Patienten, die sie dorthin überweisen, auch tatsächlich wieder zu ihnen zurückkommen würden.

Gute Vernetzung mit Niedergelassenen und Kliniken
Diese Ängste wurden so gut wie möglich entkräftet, denn bewusst wurde keine allgemeinmedizinische Praxis unter dem Dach des Lusanums aufgenommen. „Das war der richtige Weg, um mit den Niedergelassenen in der Nachbarschaft und mit unseren Stammüberweisern weiterhin gut zu kooperieren. Sie wissen genau, dass wir mitbehandeln, aber dass wir den Patient immer wieder in die betreuenden und lotsenden Hände seines behandelnden Hausarztes zurückgeben“, berichtet die Ärztin. Der Patient profitiert im Lusanum zwar von den kurzen Wegen. Aber es wird auch sehr genau darauf geachtet, dass er seine bisherigen Fachärzte außerhalb des Lusanums beibehält. Er wird nicht einfach innerhalb des Zentrums an andere Fachärzte weiterverwiesen. Das Gesamtkonzept der Betreuung bleibt bei dem Hausarzt. Gute Kooperationen pflegt das Zentrum auch mit den Kliniken.

Kurze Wege erleichtern die Betreuung
Die kurzen Wege im Lusanum sind besonders bei einem Akutfall hilfreich. Kürzlich, so berichtet Eibl, kam ein Patient in die dermatologische Praxis mit einem schmerzenden Ekzem im Beinbereich. Er konnte kaum laufen. Schnell stellten die Kolleginnen die Verdachtsdiagnose einer Thrombose. Üblicherweise hätten die Praxismitarbeiter nun einen Krankentransport bestellen müssen. Doch so konnten sie den Patienten in einen Rollstuhl setzen und mit ihm im Fahrstuhl vom zweiten in den vierten Stock fahren, um in der gefäßchirurgischen Praxis den Thromboseverdacht abklären zu lassen. Das Ludwigshafener Gesundheitszentrum kommt gut an. Mitten im Stadtzentrum ist es verkehrstechnisch gut vernetzt. Die öffentlichen Verkehrsmittel halten direkt vor der Haustür. Parkplätze gibt es ausreichend ebenfalls direkt vor dem Haupteingang und auch noch im Einkaufzentrum genau gegenüber dem Lusanum.

Der Reiz liegt im Zusammenrücken
„Wir rücken hier alle näher zusammen, aber trotzdem ist jeder eigenständig“, fasst Eibl den Reiz des großen Ludwigshafener Gesundheitszentrums zusammen. Sie selber hat den Schritt von der Klinik in die Praxis vor einigen Jahren nicht bereut. In der Gemeinschaftspraxis teilt sie sich mit einem weiteren Arzt einen Kassenarztsitz. „Für mich ist dies derzeit genau richtig“, Die Arbeitsdichte ist im niedergelassenen Bereich zwar nicht geringer als im Krankenhaus, doch kann sie sich ihre Arbeit einfach besser einteilen und organisieren. „So kann man Arbeit und Privatleben besser in Einklang bringen“, lächelt sie. Medizin würde sie immer wieder studieren. Es ist die Bandbreite des Faches, die sie so fasziniert und mit der man so viele persönliche Lebensentwürfe verwirklichen kann. Als Chirurgin in die Niederlassung zu gehen sei zwar noch nicht so üblich, berichtet sie, aber ihr macht es Freude. Besonders nun als Teil des Ludwigshafener Gesundheitszentrums.

Gemeinsames Logo zeigt Verbundenheit
Das Logo des Zentrums prangt übrigens nicht nur groß und deutlich am Gebäude, sondern ziert auch die Polo- Shirts der Mitarbeiter. Auch Charis Eibl hat das Logo auf ihrer Arztkleidung: „Wir tragen es gerne und freiwillig, weil wir zeigen möchten, dass wir zu dieser Einheit dazu gehören.“ Denn das Lusanum steht für Zukunftsdenken, für Ausdauer und auch für Mut, ein Projekt dieser Größenordnung zu organisieren und ins Ziel zu bringen. Aus einer Vision ist somit ein lebendiges Projekt geworden.

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